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Eigenverbrauch Photovoltaik – Anschub für Ihre Rendite

Stand: September 2016

Photovoltaik Eigenverbrauch

Eigenverbrauch

Dimensionierung nach Bedarf:
Installation für den Eigenverbrauch

Der Eigen­verbrauch oder Selbst­ver­brauch ist die Nutzung des selbst­erzeugten Solarstroms in un­mittelbarer räumlicher Nähe, d.h. inner­halb desselben Nieder­spannungsnetzes, in dem der Strom erzeugt wird.

PV-Anlagenbetreibern bietet der Eigen­verbrauch die Option, neben der Ein­speise­vergütung zusätzlich von der Strom­erzeugung ihrer Photo­vol­taik­anlage zu profitieren.


Einspeisung oder Eigenverbrauch?

Sollten Photovoltaikbetreiber sich für die Volleinspeisung (mit Stromzukauf) oder für den Eigenverbrauch (mit Überschuss-Einspeisung) entscheiden?

Beides ist lukrativ:

  • Über 20 Jahre hin erhalten Besitzer von Photovoltaikanlagen die Ein­speise­vergütung, eine feste Vergütung für eingespeisten Strom – sie bietet den Betreibern risikofreie und krisenfeste Sicherheit für ihre Investition.
  • Sind die Strompreise jedoch höher – d.h.: sind die möglichen Einspareffekte höher als die Einspeisevergütung -, empfiehlt sich unter finanziellen Gesichtspunkten ein möglichst hoher Selbstverbrauch des Eigenstroms.

Eine Erhöhung des Eigenverbrauchs gelingt mit Solarstromspeicher-Systemen – die seit 1.3.2016 wieder großzügig von der Bundesregierung gefördert werden. Der Tilgungszuschuss ist dabei umso höher, je eher der Speicher eingebaut wird. Bis Juni 2016 betrug er bspw. 25% der maximal 2.000 Euro pro kWp Anlagenleistung. Danach sinkt er auf 22 und ab Januar 2019 auf 19%.

Beides können Sie mit unserem Eigenverbrauch Rechner bzw. Rechner Solarstromspeicher für Ihr Dach errechnen.

Außerdem empfiehlt es sich, den Verbrauch im Haushalt zu managen – das heißt schlicht, den Haushaltsstrom zu den Spitzenzeiten der PV-Stromproduktion zu verbrauchen. Zum Beispiel (so dröge es vielleicht klingen mag), indem Sie als Photovoltaikbetreiber Ihre Waschmaschine i.d.R. erst ab 11 Uhr, den Trockner bis spätestens 16 Uhr laufen lassen. Dies soll keineswegs ein eisernes Korsett werden, aber doch eine locker zu beachtende Regel.
Der Rest des Eigenstroms kann dann für Abends, Nachts und/oder Frühmorgens gespeichert werden.

Eigenverbrauch oder Einspeisevergütung? Lassen Sie sich jetzt eine Photovoltaikanlage mit beiden Varianten berechnen:

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Wissenswert

Die Gesetzeslage:

Im Zuge der EEG-Reform 2014 sind mit Beschluss der Regierungsmehrheit im Bundestag am 27. Juni die bis dahin gültigen Regelungen zum Eigenverbrauch geändert worden.

Die wichtigste Neuerung des EEG 2014 in unserem Zusammenhang: Betreiber größerer neu errichteter PV-Anlagen über 10 kWp sollen für den selbst verbrauchten Solarstrom ab September 2014 30%, ab 2016 35% und ab 2017 40% der EEG-Umlage entrichten.
Betreiber typischer Photovoltaikanlagen, wie sie auf Ein- und Zweifamilienhäusern installiert werden (rund 5 bis 7 kWp), sind von der Umlage nicht betroffen.

Altanlagen sind zunächst vor der Abgabe geschützt (Bestandsschutz), allerdings hat die EU dies als Ungleichbehandlung gerügt. Daher soll 2017 geprüft werden, ob auch diese Anlagen mit der Umlage belegt werden müssen.
Jedoch ist sowohl die EEG-Umlage für den Selbstverbrauch als auch die Aufhebung des Bestandsschutzes rechtlich umstritten.

Noch einmal: Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von unter 10 kWp – also PV-Anlagen wie auf Dächern von Ein- und Zweifamilienhäusern üblich – sind durch die Änderung ausdrücklich nicht betroffen.
Das gilt auch für die im Bundesfinanzministerium angedachten Änderungen des Stromsteuergesetzes (Bericht der Süddeutschen am 24. Mai 2016 (Paywall)). Diese sehen vor, dass bei Selbstversorgung mit Solarstrom zusätzliche Steuern von 2,05 Cent je verbrauchter Kilowattstunde abgeführt werden sollen – dies allerdings nur bei Anlagen über 20 MWh. Davon betroffen wären vor allem mittlere bis größere Gewerbebetriebe und größere Mehrfamilienhäuser.

Das aktuell gültige EEG trat am 1. August 2014 in Kraft. Die in ihren Grundzügen beschlossene EEG-Novelle 2016, die am 1. Januar 2017 in Kraft treten soll, ändert an den Bestimmungen zum Eigenverbrauch nichts.

Eine Beispielrechnung


Grafik: Einspareffekte durch Eigenverbrauch

Nicht lesbar? Grafik bitte anklicken!
© 2016 Norbert Auer

Wie diese Grafik zeigt, besteht durch den Eigenverbrauch schon heute ein erhebliches Einsparpotenzial: Mit Stand September 2016 liegt dieses bei rund 17 Cent/kWh. Selbst bei einer moderaten Teuerung der Strompreise von 2,5% wird sich dieses Potential in den kommenden Jahren vergrößern. (Weitere Informationen finden Sie im beigegebenen Text, wenn Sie die Grafik durch Anklicken vergrößern).

Die Vorteile des Eigenverbrauchs:

  • Unabhängigkeit von Stromanbietern und steigenden Energiepreisen.
  • Je höher der Selbstverbrauch, desto höher die Photovoltaik-Rendite.
  • Gewerblichen Selbstverbrauchern (also auch Betreibern gewerblicher Solarstromanlagen auf dem privaten Dach) steht der vollständige Vorsteuerabzug zu.

Eingehende Informationen zur Einspeisevergütung finden Sie hier.

Wie der höhere Eigenverbrauch Ihre Rendite steigern kann, zeigt das folgende Berechnungsbeispiel einer Solarstromanlage in Berlin-Zehlendorf.
Die Beispielanlage wird im September 2016 in Betrieb genommen. Angenommen werden für das Beispiel 0%, 20% und 40% Eigenverbrauch.

Photovoltaikanlage in Berlin-ZehlendorfBei 0%Bei 20%Bei 40% Eigenverbrauch
Einnahmen Einspeisevergütung über die gesamte Laufzeit14.284€11.423€8.532€
Einsparungen Eigenverbrauch über die gesamte Laufzeit 0€ 9.249€18.498€
Gesamteinnahmen über die gesamte Laufzeit (pro Jahr)14.284€ (704€)20.672€ (1.019€)27.030€ (1.332€)
Gesamtkosten über die gesamte Laufzeit11.429€
Überschuss über die gesamte Laufzeit (pro Jahr) 2.855€ (141€)9.243€ (456€)15.601€ (769€)
Objektrendite vor Steuern3,19% p.a.7,33% p.a.10,66% p.a.
Beispiel: Objektrendite nach Steuern (s.u.)2,44% p.a.6,86% p.a.10,36% p.a.

* Grundlagen der Renditeberechnung: Anlagenleistung 6,3 kWp, Preis 1.250 €/kWp, Solarstromertrag 929 kWh/kWp (SO-Ausrichtung), Strompreis 2016 von 29 ct/kWh, Energiepreis-Teuerung 3% p.a., Betriebskosten p.a. 2% des Anlagenpreises, Teuerung 1% p.a., persönlicher Steuersatz 25,69%, Degradation 0,25% p.a., Bemessungsgrundlage für die Eigenverbrauchs-Umsatzsteuerabgabe ist der Nettopreis des zugekauften Stroms.

Studien des Instituts für Ökologische Wirtschaft (siehe auch dieses PDF – S. 18-22), der HTW Berlin und der Stiftung Warentest empfehlen einen möglichst hohen Eigenverbrauchs-Anteil am Strom aus Photovoltaikanlagen:

Möglicher Anteil Eigenverbrauch

Wie viel Eigenverbrauch ist überhaupt realistisch?

Diagramm: Speicher erhöht Eigenverbrauch.

Der Anteil von selbst­verbrauch­tem Eigen­strom kann vor allem bei Klein­anlagen in der Praxis durch bedarfs­gerechte Planung der PV-Anlage ohne Solarstromspeicher auf gut 40% gebracht werden.
Wer seinen Energieverbrauch zusätzlich systemisch optimiert, kann den Anteil sogar steigern.

Hierbei werden durch einfache Verbrauchs­anpas­sungen – z.B. mit Zeitschaltuhren – stromintensive Tätigkeiten auf die Tages­zeiten mit dem höchsten PV-Ertrag zwischen 11 und 16 Uhr verlegt; dasselbe gilt für das Aufladen von Akkus und Batterien.

Da die Erzeugungszeiten von Solarstrom (ganztags) und die Verbrauchszeiten (Spitzen liegen am Mittag und am Abend) derzeit nur teilweise übereinander liegen, kann der erzeugte Solarstrom aber nicht zur Gänze selbst verbraucht werden.
Allerdings werden Solarstromspeicher, mit denen sich die Quote selbst verbrauchten Solarstroms auf über 90% steigern lässt, seit 1. Mai 2013 vom Staat großzügig gefördert. Auch die Entwicklung der entsprechenden, effizienten Speicher- und Haustechnik zur Erhöhung des Eigenverbrauchs holt gegenwärtig rasch auf.

Hier kostenlos ein Solarstromspeicher-System für Ihre PV-Anlage berechnen!

Was nun – Einspeisung oder Eigenverbrauch?
Beides!

Volleinspeisung
Die Einspeisevergütung wird monatlich neu angepasst – zur Höhe der jeweils aktuellen Sätze vgl. unsere Informationen zur Einspeisevergütung -, sie gilt vom Monat der Inbetriebnahme der PV-Anlage an und bleibt 20 Jahre lang gleich.
Die Volleinspeisung bietet PV-Betreibern für ihre Investition nach wie vor sichere und gute Renditen von rund 2-4% p.a.

Überschusseinspeisung
Die Renditen der Volleinspeisung sind im Vergleich mit der Überschusseinspeisung aber – je nach Eigenverbrauchsanteil – um 3-5 Prozentpunkte geringer. Grund dafür ist das

Einsparpotenzial durch den Eigenverbrauch.
Der Haushaltspreis für Strom liegt mit durchschnittlich 29 ct/kWh (unge­fährer mittlerer deutscher Haushaltsstrom­preis Sommer 16) heute deutlich über den Ver­gütungs­sätzen für die Einspeisung. Weitere Erhöhungen werden erwartet.
(Vgl. Grafik und Rechnungen oben.)

FAZIT

Das Einsparpotenzial des Eigenverbrauchs ist somit höher als der mögliche Gewinn durch die Ein­speise­vergütung. Für kleine und mittelgroße private Anlagen liegt es umsatz­steuer­bereinigt derzeit z.B. bei mindestens 17 Cent pro Kilowattstunde.

Direktverbrauch: keine steuerlichen Nachteile

Steuerlich nachteilige Auswirkungen haben Sie durch die Überschuss-Einspeisung – anders als bis zum 31.12.2011 – nicht mehr zu erwarten. Selbstverbrauchter Strom gilt seit 2015 steuerrechtlich als vom Netzbetreiber zum Netto-Strompreis zurückgekauft, die Gewerbeeigenschaft Ihrer PV-Anlage ist daher auch bei höherem Selbstverbrauch nicht mehr gefährdet.

Wie sich die Entscheidung für die Überschuss-Einspeisung in der Praxis niederschlägt, haben wir anhand mehrerer Beispiele unter der Fragestellung „Lohnt sich die Photovoltaik?“ durchgerechnet.

Diese Informationen finden Sie hier.

Für Photovoltaikanlagen mit Inbetriebnahme zwischen 1. Januar 2009 und 30. Juni 2012 gibt es nach EEG sogar noch eine zusätzliche Eigenverbrauchsvergütung.

Nähere Informationen zu diesem Punkt finden Sie hier.

Eigenverbrauch und technische Details

Eigenverbrauch Photovoltaik

Verbrauch selbsterzeugten Solarstroms – in unmittelbarer räumlicher Nähe

Voraussetzung für den Eigenverbrauch ist die exakte Messung der selbsterzeugten und verbrauchten Solarstrommenge. Die Technischen Anschluss­bedingungen an das Nieder­span­nungs­netz (TAB) empfehlen dazu einen sogenannten Zweirichtungszähler, mit dem die bezogene und die eingespeiste Solarstrommenge in einer Messeinrichtung mit zwei unabhängigen Zählwerken erfasst werden können. Alternativ zum Zweirichtungszähler können auch zwei separate Zähler mit einer Rücklaufsperre eingesetzt werden.

Alle Ergebnisse, Fakten und Argumente zusammengenommen, empfiehlt es sich, die Photovoltaikanlage bei Inbetriebnahme mit einem Zweirichtungs-Zähler auszustatten und zur Einspeisung ins öffentliche Netz anzumelden – und zwar sowohl beim Netzbetreiber (das erledigt Ihr Solarteur) als auch bei der Bundesnetzagentur (hier).
Die Anmeldung verpflichtet Sie allerdings nicht dazu, den gesamten Strom aus der PV-Anlage ins Netz einzuspeisen. Sie können einen möglichst hohen Anteil dem Eigenverbrauch zuführen – und den überständigen Rest gegen die für Sie geltenden Einspeisevergütung ins Netz einspeisen.

Solarzellen im Zusammenspiel

Hier noch einmal der Link zur kostenlosen Berechnung einer PV-Anlage auf Ihrem Dach:
Zur individuellen Berechnung

23 Antworten auf Eigenverbrauch Photovoltaik – Anschub für Ihre Rendite

  • Gerhard Klaes sagt:

    Guten Tag,
    gibt es eine Möglichkeit, beim Einsatz von Energiespeichern z.B. bei einem Stromausfall des Grundversorgers den Hausstrom weiterhin im Rahmen der Speicherkapazität aufrecht zu erhalten und die benötigte Energie aus dem Speicher zu beziehen bzw. sicherzustellen? Oder anders gefragt: Kann ich bei Stromausfall vom Netzbetrieb (mit Einspeisung) auf Inselbetrieb umstellen?

    Freundliche Grüße,
    Gerhard Klaes

    • nau sagt:

      Hallo Herr Klaes!

      Ja, diese Möglichkeit gibt es. Sie brauchen dafür einen Batterie-Wechselrichter mit einer Ersatzstromfunktion. Durch sie wird der Stromspeicher bei einem Netzausfall zum Stromversorger (die PV-Anlage wird dabei aus Sicherheitsgründen vom Netz getrennt). Sollte Ihr Wechselrichter diese Funktion nicht besitzen, kann diese eventuell per Firmware-Update nachgerüstet werden – einige Hersteller bieten diesen Service jedenfalls an.

      Sonnige Grüßen
      N. Auer

  • nau sagt:

    Kommentar B. Muratti verschoben zu Netzbetreiber.

  • Sehr geehrte Damen und Herren
    Bitte um Mitteilung wie sich die Ökostromumlage berechnet.Ic h habe einen Kunden der eine PV Anlage ca. 25 KW von mir installieren möchte.Ich finde keine Berechnungsgrundlage um den Kunden die Sorge der Ökostromumlage zu nehen. MfG Bernd Haase

    • nau sagt:

      Hallo Herr Haase,
      ich hoffe, ich kann Ihnen die Sorge nehmen.

      Zunächst zur Berechnung: Die Clearingstelle-EEG hat 2015 in einer Entscheidung festgestellt (s. 4), dass die anteilige EEG-Umlage bei PV-Anlagen über 10 kWp auf den gesamten Eigenverbrauch zu entrichten ist (und nicht nur auf den Teil, der das 10-kWp-Limit überschreitet). Der Anteil beträgt 2016 dabei 35% der Umlage, 2017 steigt er auf 40%. Kurz gesagt, 2016 müsste Ihr Kunde auf jede selbst verbrauchte Kilowattstunde Strom 35% der EEG-Umlage (2016: 6,534 Cent) zahlen, in 2017 und den Folgejahren 40%.

      Das hört sich jedoch dramatischer an als es ist. Bei einer 25-kWp-PV-Anlage und einem Ertrag von 900 kWh/kWp (ein durchschnittlicher Wert in Deutschland) wären 2016 für den Eigenverbrauch rund 100 Euro an anteiliger EEG-Umlage fällig, 2017 voraussichtlich ca. 170 Euro (die EEG-Umlage 2017 steht noch nicht fest, der Anteil wird aber auf 40% steigen).

      Die Einsparungen durch den Eigenverbrauch sind aber gut 10 Mal so hoch, rund 1.300 Euro für 2016 und ca. 2.000 Euro für 2017. Der Eigenverbrauch und die PV lohnen sich also auch 2016 und 2017.

      Sonnige Grüße,
      nau

  • nau sagt:

    Hallo Sebastian,

    wir haben uns entschieden, die Diskussion zu Steuerfragen rund um die Photovoltaik an einer Stelle zu konzentrieren. Daher wurde der Kommentar verschoben zu Photovoltaik Abschreibung.

  • Ulf Kleinitz sagt:

    Frage zum Eigenverbrauch,

    wenn ich 30% Eigenverbrauch geltend mache, dann auf 30% der Mehrwertsteuer verzichte, von der Anlage dann auch nur 70% des Wertes abschreibe, sollt ich doch theoritisch auch keine Einkommenssteuer auf den Eigenverbrauch?

    • hsf sagt:

      Hallo Herr Kleinitz,
      danke für Ihre Frage! Allerdings ist sie mir etwas unklar – Einkommensteuer und Verzicht auf Mehrwertsteuer heben sich auf? Ich fürchte, ich verfüge nicht über genügend Informationen, um die Logik Ihrer Schlussfolgerung nachzuvollziehen. Sollten Sie jedoch einen Grenzfall gefunden haben, in dem die von Ihnen genannten Mindereinnahmen und die sonst fällige Einkommensteuer sich tatsächlich aufheben, ist das wahrscheinlich nicht verallgemeinerbar. Ich empfehle in solchen Fällen gern den Gang zum Steuerberater – denn in Einzelfällen können (und dürfen) wir nicht beraten. Ich bitte um Ihr Verständnis.
      Viele Grüße, HSF

  • Roland sagt:

    Hallo zusammen,
    ich werde in kürze eine PV -Anlage kaufen und habe hierzu auch schon Angebote. Leider ist es so, dass sich zwei Meinungen gebildet haben. Die eine Seite meint die Anlage auf bis 10 KWP auszulegen aufgrund der komplizierten, aufwändigen und teuren EEG-Umlage bei größeren Anlagen. Die andere Seit mein das Dach komplett zu mit Modulen auszustatten, Leistung wäre dann 17,66KWP. Es handelt sich hier um ein 2 Fam. Haus mit Vermietung aus Baujahr 1980. Ich gehe von zunehmendem Strombedarf für die Zukunft aus (Elektroauto, Fahrrad, Wärmepumpe, etc…) Ist die EEG-Umlage erst ab 10 KWP für den Eigenverbrauch fällig oder wir der bei der großen Anlage ab der Ersten Eigenverbrauch KW abgrechnet? Gibt für die Größe 17KWP eine Berechnung aus der die Kosten einzeln (insbesondere die EEG-Umlage) ersichtlich sind? Kann mir jemand neutral seine Meinung zur Entscheidungsfindung geben?
    Roland

    • nau sagt:

      Hallo Roland,

      vielen Dank für Ihre interessante Frage. Zunächst zum einfachen Teil. Die EEG-Umlage für den selbstverbrauchten Strom ist für die gesamte Anlage zu zahlen, nicht nur für den Teil, der die 10-kWp-Grenze überschreitet (siehe dazu die Entscheidung der Clearingstelle-EEG, 4.).
      Ein Beispiel mag das verdeutlichen: Bei einer Anlage mit 17,6 kWp, einem Ertrag pro kWp von ca. 960 kWh (ein Wert wie er in etwa Süddeutschland oft erreicht wird) und einem Eigenverbrauch von 20% (ca. 3.400 kWh pro Jahr) wären an den Netzbetreiber 2016 ca. 75 Euro an Umlage zu zahlen (35% der EEG-Umlage (6,534 Cent) für 3.400 kWh). Ab 2017 beträgt der Anteil dann 40%, je nach Entwicklung der Umlage sind das wohl um die 85-90 Euro. Zum Vergleich: Die Einnahmen aus dem Eigenverbrauch – also die ersparten Stromkosten – betragen für diese Anlage um die 1.000 Euro/Jahr, die Einnahmen aus der Einspeisevergütung rund 1.600 Euro.

      Ob es Sinn macht, das ganze Dach zu nutzen oder die Anlage auf 10 kWp zu begrenzen, ist pauschal leider nicht zu beantworten. Hier spielen andere Kriterien eine mindestens ebenso wichtig Rolle. Kann die gesamte Dachfläche gleich gut genutzt werden (eventuelle Verschattungen, unterschiedliche Ausrichtungen, etc.)? Welcher Eigenverbrauchsanteil ist möglich und sinnvoll? Gibt es durch die Vermietung vielleicht alternative Betreibermodelle, bspw. PV-Miete oder PV-Teilmiete? Um diese Fragen zuverlässig beantworten zu können, müssen aber die Anlagendetails und die Verbrauchsgewohnheiten genau bekannt sein. Die Beurteilung dieser Voraussetzungen ist letztlich nur für einen Solarteurs vor Ort zufriedenstellend möglich; er kann bspw. verschiedene Anlagenkonzepte durchrechnen.

      An dieser Stelle vielleicht nur so viel: Legt man die Rendite als Kriterium an, ist der Unterschied im obigen Beispiel nicht groß. Die Beispiel-Anlage mit 17,6 kWp erwirtschaftet bei einem Anlagenpreis von 1.350 Euro/kWp vor Steuern eine Rendite von 6,4%, wäre die Anlage nur 10 kWp groß, käme man auf ca. 6,9%. Das ist allerdings nur ein grober Richtwert, der von Ort zu Ort – und von Anlage zu Anlage stark variieren kann.

      Ich hoffe, die Antwort hilft Ihnen weiter.

      Viele Grüße
      Norbert Auer

    • Roland sagt:

      Hallo Nau,
      ich möchte mir sehr für diesen aufschlussreichen Kommentar bedanken. Durch die ausführliche Beschreibung und die Beispiele kann ich nun die Anlage und somit die Entscheidung berechnen.
      Vielen Grüße Roland

  • Erich schreier sagt:

    Hallo,Wir haben eine Anlage mit 2,4 KW mit 70 Prozent zum Eigenverbrauch Rest Einspeißung ,ist das Wirtschaftlich oder soll man es auf 100 Prozent erhöhen.

  • hsf sagt:

    Kommentare von Melanie, Kueh, Christian verschoben zum Artikel über Solarstrom und Steuern.

  • Hallo,

    zum Thema Eigenbedarf können wir konkret z. B bei einen Supermarkt 75 % Eigen-
    bedarf nachweislich erreichen .
    Mit einer ca. 80,0 KW/p PV- Anlage haben wir nachweislich über 75% erreicht.
    Gesamtstromverbrauch dieses Supermarktes ist ca. 220 000KW/P.
    Ausserdem sind mit Stromintensiven Betrieben noch mehr Eigenbedarfanteil zu erreichen.
    Auch bei einem Schweinemastbetriebe können wir über 80 % Eigenverbrauch
    nachweisen.
    Während die Stromeigenerzeugung bei Großdächern mit PV bei ca. 11Cent zuzüglich
    2Cent EEG Umlage ergibt sich ein Gesamtpreis von 13Cent pro KW/p über 20 Jahre ein Festpreis.
    Und doch eiern soviele Gewerbebetriebe u. Kaufleute immer noch unentschlossen
    um einer Kaufentscheidung einer PV-Anlage herum. Allein die EEG Umlage
    liegt beim Stomversorger bei ca 6,5 Cent bei PV bei ca. 2 Cent pro KW/P usw.
    Es ist für uns unverständlich das Kaufleute und Unternehmer diesen Geldwerten
    Vorteil sowenig nutzen. Ausserdem wird dabei die Umwelt erheblich geschont.
    Warum nehmen Kaufleute u. Unternehmer diesen Geldwerten Vorteil so wenig an.

    Mit sonnigen Grüßen
    E.Kerscher
    HGV

  • Peter Schneider sagt:

    Hallo zusammen,
    vielen Dank für die Ausführungen. Wir betreiben schon seit 2008 eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach unseres Einfamilienhauses. Ein Auto mit Elektroantrieb wurde gerade angeschafft.

    Meine Frage: Kann ich eine zweite Anlage auf eine Garage bauen, diese mit Eigenverbrauch und Einspeisung nutzen ohne den alten Vertrag zu ändern.

    • admin sagt:

      Hallo Herr Schneider, danke für Ihr Lob!
      Damit Sie nicht so lange warten müssen, hier eine schnelle Antwort – wir recherchieren aber noch einmal nach, um sicher zu sein. Aktueller Wissensstand bei uns ist, dass der alte Vertrag für die älteren Anlagenteile sich nicht ändert, für die neuen Anlagenteile auf Ihrer Garage ein neuer Vertrag nach den aktuellen Einspeise- und Eigenverbrauchsregelungen gilt.
      Hoffentlich hilft Ihnen das schon einmal weiter. Sicheres können wir hoffentlich in der nächsten Woche sagen.

      Viele Grüße,
      Stefan Finke

    • nau sagt:

      Hallo Herr Schneider,

      die weiteren Recherchen haben unsere erste Einschätzung bestätigt: die alte PV-Anlage kann unverändert abgerechnet werden. Die neue Anlage kann dabei – falls technisch möglich – über dieselbe Messeinrichtung geführt werden wie die alte (siehe hierzu bspw. die folgende Einschätzung der Clearingstelle EEG). Die beiden Anlangen werden dabei nach §32 EEG 2014 gesondert vergütet, da die Inbetriebnahme mehr als 12 Monate auseinander liegt.

      Da jeder Netzbetreiber jedoch seine Eigenheiten hat, ist es trotzdem ratsam, den zuständigen Netzbetreiber vorab zu kontaktieren (verschiedene Abrechnungsanforderung, bei Anlagen > 30 kWp ist bspw. eine Netzverträglichkeitsprüfung notwendig, etc.). Bei technischen Fragen und den weiteren Planungsdetails ist zudem die Beratung eines erfahrenen Solarteurs in Ihrer Nähe stets eine große Hilfe.

      Viele Grüße,
      N. Auer

    • G. Thöne sagt:

      Habe heute vom Finanzamt eine Mitteilung erhalten, dass der Eigenverbrauch ab 2015 auf Basis der Preise vom Stromversorger und nicht mehr zum Selbstkostenansatz versteuert wird. Damit verdoppelt sich die Belastung pro kWh. Das ist vorauss nicht mehr rentabel

    • nau sagt:

      Hallo Herr Thöne,

      da hat Ihr Finanzamt leider recht. Das Finanzministerium hat in einem Weisungsschreiben vom 10.09.2014 unter anderem auch die Frage der Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer auf Eigenverbrauch neu geregelt (II, Pkt., S 4ff). Als Basis gilt jetzt der Strompreis, den der Betreiber beim Energieversorger bezahlt, allerdings der Netto-Strompreis. Diese Regelung betrifft alle PV-Anlagen, die nach dem 31.03.2012 in Betrieb genommen wurden.
      Im Artikel haben wir das jetzt klargestellt, in unseren Rendite-Beispielen ist die neue Umsatzsteuer-Regelung aber bereits eingepreist. Der Eigenverbrauch bleibt die lukrativste Betriebsform für PV-Anlagen.

      Viele Grüße
      N. Auer

  • U.Doppleb sagt:

    Ich möchte mir eine PV-Anlage 10kw auf meinen Mietshaus mit einem Zweirichtungszähler anschließen lassen. Im Haus sind zwei Mietswohnungen die den Strom mit nutzen möchten. Kann ich den Mietern zum Abrechnen Zwischenzähler einbauen.

    • hsf sagt:

      Hallo, gegen einen Unterzähler spricht technisch nicht viel – es ist wohl eher die Frage, wie Sie den Mietvertrag und Ihr Verhältnis zum Netzbetreiber gestalten bzw. ergänzen. Dazu sollten Sie sich u.E. durchaus Rat beim Fachanwalt einholen.

  • Kerscher Net GmbH sagt:

    Hallo,

    wir haben einen Kunden mit einem Supermarkt der hat ca. 50000 Kw/p Stromverbrauch im Jahr.
    Wenn er jetzt eine PV-Anlage mit ca. 70KW/p draufbaut dann könnte er ca 60%
    selbst verbrauchen . Spricht da was dagegen.

    E.Kerscher

    • hsf sagt:

      Hallo,
      bei privaten Betreibern einer PV-Anlage könnte der hohe Eigenverbrauchs-Anteil etwas an der steuerlichen Betrachtungsweise ändern – aber Ihr Kunde nutzt die PV-Anlage ja auf jeden Fall gewerblich, egal ob er den Strom einspeist oder im Supermarkt verbraucht.
      Allerdings wird er wahrscheinlich seinen Bedarf nicht ganz aus der PV-Anlage decken können, da er sicher auch nachts Strom verbraucht (Sicherheit, Notlichter, Kühltruhen etc.) – diesen Anteil müsste er noch ein, zwei Jahre zukaufen.
      Danach, davon dürfen wir ausgehen, sind die Speicherlösungen so weit, dass es sich lohnt, die PV-Anlage damit zu ergänzen.

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