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Einspeisevergütung für Photovoltaik

von Stefan Finke

Zur Einspeisevergütung für typische Ein- und Zwei­familienhäuser bis 10 kWp
Zur Einspeisevergütung für Schulen, Scheunen und Über­dachungen von 10 bis 40 kWp
Zur Einspeisevergütung für Werkshallen, Verwaltungen, Kli­niken von 40 bis 100 kWp
Zur Einspeisevergütung für Anlagen auf Nicht­wohn­gebäuden bis 100 kWp

Stand: Juli 2016

Grafik: Einspeisevergütung

Die Einspeisevergütung ist das Kernstück des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) – der Betrag, den die Netzbetreiber an die Betreiber von Photo­voltaik­anlagen zur Erzeugung von Strom aus solarer Energie entrichten, wenn dieser in das öffentliche Netz eingespeist wird.

Im Folgenden finden Sie eine Zusammen­stellung der aktuellen Sätze seit 1. Juli 2016 und die zu erwartenden monatlichen Änderungen ab 1. Oktober 2016.

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Einspeisevergütung in Zahlen:

Die Einspeisevergütung ist nicht für alle Anlagen gleich hoch. Der Vergütungssatz hängt ab von der Anlagengröße und dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme – und bleibt dann 20 Jahre lang gleich.

Nach der aktuellen Gesetzeslage ergeben sich folgende Sätze.

(Zur Novelle des EEG 2016 vgl. hier.)

bis 10 kWp

Einspeisevergütung

Einspeisevergütung für eine typische Auf­dach­anlage bis 10 kWp

Dachanlagen bis einschließlich 10 kWp installierter Leistung werden in der Regel auf Ein- bis Zweifamilienhäusern oder Mietshäusern installiert. Sie erhalten den höchsten Einspeise­vergütungs­satz von 12,31 Cent / kWh (Juli 2016).
Solarstrom aus Dachanlagen bis 10 kWp wird bis zu 100% der Anlagenleistung vergütet – um jedoch die günstigen Einspareffekte gegenüber extern bezogenem Strom zu nutzen, empfehlen wir den Eigenverbrauch von 40% der Anlagenleistung oder mehr.

Einspeisevergütung für Dachanlagen bis 10 kWp in c/kWh
ab 1. Juli ’16:ab 1. Aug ’16:ab 1. Sep ’16:ab 1. Okt ’16:ab 1. Nov ’16:ab 1. Dez ’16:
12,3112,3112,3112,31*12,31*12,31*

*Geschätzte Vergütungshöhe ab Oktober: Höhe bei durchschnittlichem Zubau in den Vorquartalen. Bei hohem Photovoltaik-Zubau im Vorjahr sinkt die Einspeisevergütung ab 1. Oktober 2016 rascher – um eine Überförderung zu vermeiden. Bei niedrigem Zubau sinkt sie langsamer: Um die Photovoltaik weiterhin attraktiv zu halten. Beim derzeitigen Zubau – zwischen 1.000 und 1.500 MWp/Jahr – bleibt die Vergütung unverändert.

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10 kWp bis 40 kWp

Einspeisevergütung für mittlere Dachanlagen von 10 kWp bis 40 kWp

Schutzdach mit Photovoltaikanlage mittlerer Größe

Dachanlagen mittlerer Größe über 10 kWp bis einschließlich 40 kWp erhalten eine Einspeise­vergütung, die unter jener für Kleinanlagen, aber über derjenigen für Großanlagen liegt. Sie erhalten einen hohen Einspeise­vergütungs­satz von 11,97 Cent/kWh (Juli 2016), für die ersten 10 KWp sogar den höchsten Satz wie Klein­anlagen.
Die ältere Unterscheidung zwischen Anlagen bis 100 kWp und von 100 bis 1.000 kWp wird nicht mehr getroffen. Mit der neueren Leistungsklasse von 10 bis 40 kWp werden rund 50% aller Photovoltaikanlagen auf Werkshallen, Scheunendächern und Überdachungen von Fuhrparks etc., aber auch auf Dächern mittelgroßer Verwaltungsgebäude, Schulen u.ä. abgedeckt.

Die 90%-Regelung, die in der letzten Novelle des EEG für Verwirrung gesorgt hatte, entfällt: Solarstrom aus Dach-Photovoltaikanlagen über 10 kWp bis zu 1 MWp sollte ab 2014 nur noch zu 90% vergütet werden. Dieser Plan wurde im EEG 2014 erfreulicherweise zurückgenommen.

Einspeisevergütung für Dachanlagen von 10 kWp bis 40 kWp in c/kWh
ab 1. Juli ’16:ab 1. Aug ’16:ab 1. Sep ’16:ab 1. Okt ’16:ab 1. Nov ’16:ab 1. Dez ’16:
11,9711,9711,9711,97*11,9711,97

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40 kWp bis 100 kWp

Einspeisevergütung für größere bis sehr große Dachanlagen von 40 kWp bis 100 kWp

Für größere bis sehr große Dachanlagen über 40 kWp bis einschließlich 100 kWp liegt die Einspeisevergütung bei 10,71 Cent / kWh (Juli 2016). Auch hier gilt: Die ersten 10 kWp werden zum höchsten Satz wie bei Klein­anlagen, die Leistung von 10 kWp bis 40 kWp mit demjenigen für mittlere Anlagen vergütet und erst diejenige Stromerzeugung, die über diese Leistungsstufen hinausgeht, erhält den Vergütungssatz der eigenen Leistungsstufe. In der Regel werden Photovoltaikanlagen dieser Größe auf großen Werkshallen, Kliniken, Verwaltungsgebäuden etc. installiert.

Seit 1. Januar 2016 gilt in der Anlagenklasse von 40 bis 500 kWp eine Änderung: Alle Neuanlagen ab einer Leistung von 100 kWp sind dazu verpflichtet, den erzeugten Strom selbst zu vermarkten.

Einspeisevergütung für Dachanlagen von 40 kWp bis 100 kWp in c/kWh
ab 1. Juli ’16:ab 1. Aug ’16:ab 1. Sep ’16:ab 1. Okt ’16:ab 1. Nov ’16:ab 1. Dez ’16:
10,7110,7110,7110,71*10,71*10,71*

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Nicht-Wohngebäude

Einspeisevergütung für große Dachanlagen auf Nichtwohngebäuden bis 100 kWp

Einspeisevergütung für Freiland-Photovoltaik

Nicht­wohn­gebäude mit dem geringsten fixen Vergütungssatz bedacht – die Einspeisevergütung beträgt hier derzeit 8,53 Cent / kWh (Juli 2016).
Seit 1. Januar 2016 ist diese Klasse auf bis zu 100 kWp beschränkt: Alle Anlagen aus dieser Kategorie, die seit Inkrafttreten dieser Regelung mit einer Leistung von mehr als 100 kWp Leistung ans Netz gingen bzw. noch gehen, werden den erzeugten Solarstrom selbst vermarkten müssen.

Freiflächenanlagen – die lange in diese Förderkategorie gefallen sind – werden seit dem 1. September 2015 nicht mehr über das Instrument einer fixen Einspeisevergütung gefördert. Die Höhe der Förderung ergibt sich durch ein öffentliches Ausschreibungsverfahren.

Geleitet wird das Verfahren von der Bundesnetzagentur. Sie hat für das Jahr 2016 ein Fördervolumen für Freiflächenanlagen in Höhe von 400 Megawatt ausgeschrieben. Die Ausschreibungen werden auf der Internetseite der Bundesnetzagentur angekündigt. Investoren können sich mit ihren Projekten/Anlagen bei der Agentur bewerben (maximale Anlagenleistung 10 MW). Den Förderzuschlag erhalten die Projekte mit den günstigsten Angeboten (Cent/Kilowatt) – solange, bis das Fördervolumen für das Jahr aufgebraucht ist.
Interessant: Sollte eine Freiflächenanlage trotz Zuschlags nicht gebaut werden, wird eine Strafgebühr fällig.

Wegen des hohen bürokratischen Aufwands wurde bereits Kritik laut – so sind beispielsweise Bürgersolarstromanlagen nach diesem System kaum mehr zu realisieren.
Trotzdem haben sich Bund und Länder Ende Mai 2016 darauf geeinigt, das Ausschreibungsverfahren im EEG 2016 – das zum 1. Januar 2017 in Kraft treten soll – auf alle PV-Installationen über 750 kWp auszuweiten.

Einspeisevergütung für Freiflächenanlagen bis 100 kWp in c/kWh
ab 1. Juli ’16:ab 1. Aug ’16:ab 1. Sep ’16:ab 1. Okt ’16:ab 1. Nov ’16:ab 1. Dez ’16:
8,538,538,538,53*8,53*8,53*

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Ab 1 MW, Solarparks

Große Anlagen ab 750 kWp

Nach Verständigung von Bund und Ländern auf den Referenten-Entwurf (PDF) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie BMWi wird die Förderung für Erneuerbare-Energie-Anlage ab 2017 auf eine neue Grundlage gestellt (vorausgesetzt die – als sicher geltende – Annahme durch den Bundestag).
Das bisherige System einer fixen Einspeisevergütung wird danach für alle PV-Anlagen ab einer Größe von 750 kWp (gleich ob auf Wohngebäuden, Nichtwohngebäuden oder Freiflächen) von einem Ausschreibungssystem abgelöst, wie es für Freiflächenanlagen 2015/2016 gang und gebe ist.
Kleine und mittelgroße PV-Anlagen auf Haus- und Scheunen-Dächern sind von diesen Änderungen jedoch nicht betroffen.

Sonderregelung zur Einspeisevergütung für Solar-Kraftwerksparks auf Konversionsflächen

Photovoltaik-Parks über 10 MW werden generell nicht mehr gefördert. Die Bundesregierung kann jedoch nach einem neu eingefügten Passus des Gesetzes durch Rechtsverordnung unter Zustimmung von Bundesrat und Bundestag eine Vergütung für Solarparks auf Konversionsflächen aus wirtschaftlicher, verkehrlicher, wohnungsbaulicher oder militärischer Nutzung festlegen – dabei müssen energiewirtschaftliche, netztechnische, naturschutzfachliche und finanzielle Belange beachtet werden.

Weiteres

Zusätzliche Informationen zur Einspeisevergütung

Die Einspeisevergütung richtet sich nach dem Zeitraum der erstmaligen Inbetriebnahme der Anlage. So erhält eine im Juli 2016 in Betrieb genommene Photovoltaikanlage bis Dezember 2036 die Einspeisevergütung, die bei ihrer ersten Inbetriebnahme, also im Juli 2016 galt – unabhängig von allen Absenkungen und Änderungen der Einspeisevergütung in den Jahrzehnten seither. Der Besitzstand einer einmal erlangten Berechtigung zur Einspeisvergütung bleibt also unangetastet und wird auch im Nachhinein nicht geschmälert – es gelten die Bestimmungen des gesetzlichen Vertrauensschutzes.

PV-Architektur berechnen

Als Förderinstrument ist die Einspeisevergütung ein Markt-Anreiz­programm – hierzu dienen ihre seit 1. Mai 2012 monatlich sinkenden Fördersätze: Die attraktiven Vergütungen sollen potenzielle Betreiber dazu motivieren, Photovoltaik auf ihrem Dach zu installieren und finanziell davon zu profitieren; gleichzeitig sollen Hersteller dazu angereizt werden, Photovoltaikanlagen zu produzieren, die stetig effizienter und preislich attraktiver werden. Demselben Ziel gilt übrigens der „atmende Deckel“, der seit dem 1. April 2012 gilt: Liegen die Zubauzahlen des vorangegangenen Quartals über den Erwartungen, wird die Einspeisevergütung stärker abgesenkt, um den Zubau zu bremsen; liegen die Zubauzahlen unter den Erwartungen, wird die Einspeisevergütung weniger stark abgesenkt.

Dem Anreiz-Programm war bisher ein großer Erfolg beschieden. Lag der Preis für Photovoltaikanlagen 1998 noch bei rund 14.000 € pro kWp Leistung, muss man im 3. Quartal 2016 mit nur noch rund 1.200 bis 1.500 € / kWp rechnen. Die von Experten für 2013 erwartete Netzparität (selbsterzeugter Strom aus Photovoltaik und Strom aus dem Netz sind gleich teuer) ist bereits im Jahr 2012 erreicht worden.

Preise, Förderung, Ertrag, Einspeisevergütung und Rendite:
Zur kostenlosen Berechnung einer PV-Anlage auf Ihrem Dach / Ihrem Land

Einspeisevergütung und Selbstverbrauch

Die Einspeisevergütung gilt in erster Linie der Aufdachphotovoltaik

Der Eigenverbrauch wird seit dem 1. April 2012 nicht mehr durch eine zusätzliche Einspeisevergütung gefördert – bei einem durchschnittlichen deutschen Strompreis von rund 29 Cent/kWh im Juli 2016 liegt der Preis für Haushaltsstrom deutlich
über den Gestehungskosten des selbsterzeugten Solarstroms und der Einspeisevergütung. Durch die Ersparnisse gegenüber zugekauftem Strom ist damit der eigene Verbrauch die lukrativste Verwendung des selbsterzeugten Solarstroms.
Dies begründet unsere Empfehlung, 40% des selbsterzeugten Solarstroms oder darüber selbst zu verbrauchen. Eine gesetzliche Regelung zur Förderung von unterstützenden Energiespeichern ist seit 1. Mai 2013 – und in leicht veränderter Form seit 1.März 2016 – in Kraft.

Vergütung bei Einspeise-Abregelung

Wichtig: Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz 2012 wurde die Einspeisung und ihre Vergütung weiter flexibilisiert. In Zeiten hoher Netzbelastung kann der Netzbetreiber vom Betreiber der Photovoltaikanlage verlangen, die Lieferung von Solarstrom abzuregeln – dies geschieht über einen Abschalter, der in neue PV-Anlagen – z.B. als Teil des Wechselrichters – integriert ist (oder nachgerüstet wurde). Das Abregelungsverlangen ist zwingend, aber automatisiert – für den PV-Betreiber ergibt sich kein zusätzlicher Aufwand. In der Praxis wäre es also der Netzbetreiber, der die Einspeisung über einen elektronischen Fernbefehl ab- bzw. wieder einschaltet. In der Realität kommt dies jedoch kaum vor.

Für die entgangene Möglichkeit der Einspeisevergütung während der Abregelung erhält der Solarstromerzeuger eine Entschädigung in Höhe von 95% der entgangenen Vergütung – insgesamt ist der Abschlag aber auf höchstens 1% der Jahresleistung der PV-Anlage begrenzt; so bleibt seine Investitionssicherheit gewahrt.

Einspeisezähler im Design eines klassischen Stromzählers

Alternativ können Betreiber von Anlagen bis 30 kW sich entscheiden, die Einspeiseleistung auf 70% der Anlagenleistung zu begrenzen (§ 6 Abs. 2, 2). Da PV-Anlagen i.d.R. unterhalb der installierten Peak-Leistung arbeiten, verringert sich die eingespeiste Gesamt-Strommenge je nach Standort und Ausrichtung der Solarstromanlagen daher nur um 3-8% (vgl. hierzu Einspeisemanagement).
Die nicht eingespeiste Solarstrom­menge wird selbst verbraucht – was sich ohnehin empfiehlt -, hierdurch entgeht der Betreiber einer privaten Dach-Photovoltaikanlage auch dem kleinen Abregelungsverlust. Wo immer möglich, halten wir diese Vorgehensweise für die empfehlenswerte.

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Einordnung

Bewertung der Einspeisevergütung

Die Einspeisevergütung hat in den letzten Jahren in der Öffentlichkeit deutlich an Ruf eingebüßt. Besonders im Umfeld des Energiekonzepts der Bundesregierung im Jahr 2010 hat die Energie-Industrie großflächige Imagekampagnen gefahren, um die Einspeisevergütung für die Photovoltaik als ineffizient und teuer hinzustellen.
Möglicherweise ist es daher sinnvoll, hier noch einmal daran zu erinnern, dass die Umlage-Kosten der Photovoltaik z.B. geringer sind als die von Offshore-Windparks – allerdings braucht die dezentrale Photovoltaik nicht so aufwendige Stromleitungen, die sich durchs ganze Land ziehen (auch dieses wird über die Stromrechnung bezahlt und erreicht Größenordnungen von rund 1c pro kWh). Dabei verfügt die Photovoltaik zusätzlich über den Vorteil, dass bei ihr die Bürger selbst an der Produktion ihres eigenen Stroms beteiligt sind – dies ist den großen Stromproduzenten, welche an ihren Großprojekten wie z.B. der „unproven Technology“ von Offshore-Windparks Milliarden, an der Photovoltaik jedoch nichts verdienen, ein Dorn im Auge. Hierdurch wird zwar deren Stoßrichtung deutlich, aber ihre Argumente nicht richtiger. – Übrigens können sich auch Bürger ohne eigenes Dach über gepachtete Dächer oder über Bürgersolarstromanlagen an der Photovoltaik beteiligen und diese über Einspeisevergütung und Eigenverbrauch finanzieren.

 

Alle Angaben ohne Gewähr.