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Einspeisevergütung für Photovoltaik

von Stefan Finke

Zur Einspeisevergütung für typische Ein- und Zweifamilienhäuser bis 10 kWp
Zur Einspeisevergütung für Schulen, Scheunen und Überdachungen von 10 bis 40 kWp
Zur Einspeisevergütung für Werkshallen, Verwaltungen, Kliniken von 40 bis 500 kWp
Zur Einspeisevergütung für Anlangen auf Nichtwohngebäuden und Freiflächenanlagen bis 500 kWp

Stand: November 2014

Grafik: Einspeisevergütung

Die Einspeisevergütung ist das Kernstück des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) – der Betrag, den die Netzbetreiber an die Betreiber von Photovoltaikanlagen zur Erzeugung von Strom aus solarer Energie entrichten, wenn dieser in das öffentliche Netz eingespeist wird.

Im Folgenden finden Sie eine Zusammen­stellung der aktuellen Sätze seit 1. Oktober 2014 und die voraussichtlichen monatlichen Änderungen ab 1. Januar 2015.

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Einspeisevergütung in Zahlen:

Die Einspeisevergütung ist nicht für alle Anlagen gleich hoch. Der Vergütungssatz hängt ab von der Anlagengröße und dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme – und bleibt dann 20 Jahre lang gleich.

Nach der aktuellen Gesetzeslage ergeben sich folgende Sätze:

bis 10 kWp

Einspeisevergütung

Einspeisevergütung für eine typische Auf­dach­anlage bis 10 kWp

Dachanlagen bis einschließlich 10 kWp installierter Leistung werden in der Regel auf Ein- bis Zweifamilienhäusern oder Mietshäusern installiert. Sie erhalten den höchsten Einspeisevergütungssatz von 12,62 Cent / kWh (November 2014).
Solarstrom aus Dachanlagen bis 10 kWp wird bis zu 100% der Anlagenleistung vergütet – um jedoch die günstigen Einspareffekte gegenüber extern bezogenem Strom zu nutzen, empfehlen wir den Eigenverbrauch von 40% der Anlagenleistung oder mehr.

Einspeisevergütung für Dachanlagen bis 10 kWp in c/kWh
ab 1. Okt ’14: ab 1. Nov ’14: ab 1. Dez ’14: ab 1. Jan ’15: ab 1. Feb ’15: ab 1. Mar ’14:
12,65 12,62 12,59 12,56* 12,53* 12,50*

*Geschätzte Vergütungshöhe ab November: Höhe bei durchschnittlichem Zubau in den Vorquartalen. Bei hohem Photovoltaik-Zubau im Vorjahr sinkt die Einspeisevergütung ab 1. Oktober 2014 rascher – um eine Überförderung zu vermeiden. Bei niedrigem Zubau sinkt sie langsamer: Um die Photovoltaik weiterhin attraktiv zu halten.

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10 bis 40 kWp

Einspeisevergütung für mittlere Dachanlagen von 10 kWp bis 40 kWp

Schutzdach mit Photovoltaikanlage mittlerer Größe

Dachanlagen mittlerer Größe über 10 kWp bis einschließlich 40 kWp erhalten eine Einspeisevergütung, die unter jener für Kleinanlagen, aber über derjenigen für Großanlagen liegt. Sie erhalten einen hohen Einspeisevergütungssatz von 12,28 Cent/kWh (November 2014), für die ersten 10 KWp sogar den höchsten Satz wie Kleinanlagen.
Die ältere Unterscheidung zwischen Anlagen bis 100 kWp und von 100 bis 1.000 kWp wird nicht mehr getroffen. Mit der neueren Leistungsklasse von 10 bis 40 kWp werden rund 50% aller Photovoltaikanlagen auf Werkshallen, Scheunendächern und Überdachungen von Fuhrparks etc., aber auch auf Dächern mittelgroßer Verwaltungsgebäude, Schulen u.ä. abgedeckt.

Die 90%-Regelung, die in der letzten Novelle des EEG für Verwirrung gesorgt hatte, entfällt: Solarstrom aus Dach-Photovoltaikanlagen über 10 kWp bis zu 1 MWp sollte ab 2014 nur noch zu 90% vergütet werden. Dieser Plan wurde im EEG 2014 erfreulicherweise zurückgenommen.

Einspeisevergütung für Dachanlagen von 10 kWp bis 40 kWp in c/kWh
ab 1. Okt ’14: ab 1. Nov ’14: ab 1. Dez ’14: ab 1. Jan ’15: ab 1. Feb ’15: ab 1. Mar ’14:
12,31 12,28 12,25 12,22* 12,19* 12,16*

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40 kWp bis 500 kWp

Einspeisevergütung für größere bis sehr große Dachanlagen von 40 kWp bis 500 kWp

Für größere bis sehr große Dachanlagen über 40 kWp bis einschließlich 500 kWp liegt die Einspeisevergütung bei 10,98 Cent / kWh (November 2014). Auch hier gilt: Die ersten 10 kWp werden zum höchsten Satz wie bei Kleinanlagen, die Leistung von 10 kWp bis 40 kWp mit demjenigen für mittlere Anlagen vergütet und erst diejenige Stromerzeugung, die über diese Leistungsstufen hinausgeht, erhält den Vergütungssatz der eigenen Leistungsstufe. In der Regel werden Photovoltaikanlagen dieser Größe auf großen Werkshallen, Kliniken, Verwaltungsgebäuden etc. installiert.

Ab 1. Januar 2016 wird es in dieser Anlagenklasse zu einer Änderung kommen. Alle Neuanlagen ab einer Leistung von 100 kWp fallen ab dieser Frist unter die Pflicht zur Selbstvermarktung des Solarstroms.
Ab 1. Januar 2016 kommt es in der Anlagenklasse von 40 bis 500 kWp zu einer Änderung. Alle Neuanlagen ab einer Leistung von 100 kWp sind dann dazu verpflichtet, den erzeugten Strom selbst zu vermarkten.

Einspeisevergütung für Dachanlagen von 40 kWp bis 500 kWp in c/kWh
ab 1. Okt ’14: ab 1. Nov ’14: ab 1. Dez ’14: ab 1. Jan ’15: ab 1. Feb ’15: ab 1. Mar ’14:
11,03 10,98 10,95 10,92* 10,89* 10,87*

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Freifläche bis 500 kWp

Einspeisevergütung für große Dachanlagen auf Nichtwohngebäuden und Freiflächenanlagen bis 500 kWp

Einspeisevergütung für Freiland-Photovoltaik

Neu hinzugekommen ist im EEG 2014 die Klasse der großen PV-Anlagen auf Nicht­wohngebäuden und großen Freiflächen­anlagen mit einer Leistung von maximal 500 kWp. Diese Leistungsstufe wird mit dem geringsten Vergütungssatz bedacht – die Einspeisevergütung beträgt hier derzeit 8,74 Cent / kWh (November 2014).
Zum 1. Januar 2016 wird diese Klasse auf bis zu 100 kWp beschränkt: Alle Anlagen aus dieser Kategorie, die nach 1. Januar 2016 mit einer Leistung von mehr als 100 kWp Leistung ans Netz gehen, werden den erzeugten Solarstrom ebenfalls selbst vermarkten müssen.

Einspeisevergütung für Freiflächenanlagen bis 500 kWp in c/kWh
ab 1. Okt ’14: ab 1. Nov ’14: ab 1. Dez ’14: ab 1. Jan ’15: ab 1. Feb ’15: ab 1. Mar ’14:
8,76 8,74 8,72 8,70* 8,68* 8,66*

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Solarparks

Sonderregelung zur Einspeisevergütung für Solar-Kraftwerksparks auf Konversionsflächen

Photovoltaik-Parks über 10 MW werden generell nicht mehr gefördert. Die Bundesregierung kann jedoch nach einem neu eingefügten Passus des Gesetzes durch Rechtsverordnung unter Zustimmung von Bundesrat und Bundestag eine Vergütung für Solarparks auf Konversionsflächen aus wirtschaftlicher, verkehrlicher, wohnungsbaulicher oder militärischer Nutzung festlegen – dabei müssen energiewirtschaftliche, netztechnische, naturschutzfachliche und finanzielle Belange beachtet werden.

Weiteres

Zusätzliche Informationen zur Einspeisevergütung

Die Einspeisevergütung richtet sich nach dem Zeitraum der erstmaligen Inbetriebnahme der Anlage. So erhält eine im November 2014 in Betrieb genommene Photovoltaikanlage bis Dezember 2034 die Einspeisevergütung, die bei ihrer ersten Inbetriebnahme, also im November 2014 galt – unabhängig von allen Absenkungen und Änderungen der Einspeisevergütung in den Jahrzehnten seither. Der Besitzstand einer einmal erlangten Berechtigung zur Einspeisvergütung bleibt also unangetastet und wird auch im Nachhinein nicht geschmälert – es gelten die Bestimmungen des gesetzlichen Vertrauensschutzes.

PV-Architektur berechnen

Als Förderinstrument ist die Einspeisevergütung ein Markt-Anreiz­programm – hierzu dienen ihre seit 1. Mai 2012 monatlich sinkenden Fördersätze: Die attraktiven Vergütungen sollen potenzielle Betreiber dazu motivieren, Photovoltaik auf ihrem Dach zu installieren und finanziell davon zu profitieren; gleichzeitig sollen Hersteller dazu angereizt werden, Photovoltaikanlagen zu produzieren, die stetig effizienter und preislich attraktiver werden. Demselben Ziel gilt übrigens der “atmende Deckel”, der seit dem 1. April 2012 gilt: Liegen die Zubauzahlen des vorangegangenen Quartals über den Erwartungen, wird die Einspeisevergütung stärker abgesenkt, um den Zubau zu bremsen; liegen die Zubauzahlen unter den Erwartungen, wird die Einspeisevergütung weniger stark abgesenkt.

Dem Anreiz-Programm war bisher ein großer Erfolg beschieden. Lag der Preis für Photovoltaikanlagen 1998 noch bei rund 14.000 € pro kWp Leistung, muss man im 4. Quartal 2014 mit nur noch rund 1.500 € / kWp rechnen. Die von Experten für 2013 erwartete Netzparität (selbsterzeugter Strom aus Photovoltaik und Strom aus dem Netz sind gleich teuer) ist bereits im Jahr 2012 erreicht worden.

Preise, Förderung, Ertrag, Einspeisevergütung und Rendite:
Zur kostenlosen Berechnung einer PV-Anlage auf Ihrem Dach / Ihrem Land

Einspeisevergütung und Eigenverbrauch

Die Einspeisevergütung gilt in erster Linie der Aufdachphotovoltaik

Der Eigenverbrauch wird seit dem 1. April 2012 nicht mehr durch eine zusätzliche Einspeisevergütung gefördert – bei einem durchschnittlichen deutschen Strompreis von rund 28 Cent/kWh im November 2014 liegt der Preis für Haushaltsstrom im Jahr 2014 deutlich über den Gestehungskosten des selbsterzeugten Solarstroms und der Einspeisevergütung. Durch die Ersparnisse gegenüber zugekauftem Strom ist damit der Eigenverbrauch die lukrativste Verwendung des selbsterzeugten Solarstroms.
Dies begründet unsere Empfehlung des Eigenverbrauchs von 40% des selbsterzeugten Solarstroms oder darüber. Eine gesetzliche Regelung zur Förderung von Energiespeichern ist seit 1. Mai 2013 in Kraft.

Vergütung bei Einspeise-Abregelung

Wichtig: Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz 2012 wurde die Einspeisung und ihre Vergütung weiter flexibilisiert. In Zeiten hoher Netzbelastung kann der Netzbetreiber vom Betreiber der Photovoltaikanlage verlangen, die Einspeisung von Solarstrom abzuregeln – dies geschieht über einen Abschalter, der in neue PV-Anlagen integriert ist (oder bei Anlagen, die nicht älter sind als zwei Jahre, nachgerüstet wird). Das Abregelungsverlangen ist zwingend, aber automatisiert – für den PV-Betreiber ergibt sich kein zusätzlicher Aufwand. In der Praxis ist es also der Netzbetreiber, der die Einspeisung über einen elektronischen Fernbefehl ab- bzw. wieder einschaltet.

Für die entgangene Möglichkeit der Einspeisevergütung während der Abregelung erhält der Solarstromerzeuger eine Entschädigung in Höhe von 95% der entgangenen Vergütung – insgesamt ist der Abschlag aber auf höchstens 1% der Jahresleistung der PV-Anlage begrenzt; so bleibt seine Investitionssicherheit gewahrt.

Einspeisezähler im Design eines klassischen Stromzählers

Alternativ können Betreiber von Anlagen bis 30 kW sich entscheiden, die Einspeiseleistung auf 70% der Anlagenleistung zu begrenzen (§ 6 Abs. 2, 2). Da PV-Anlagen i.d.R. unterhalb der installierten Peak-Leistung arbeiten, verringert sich die eingespeiste Gesamt-Strommenge je nach Standort und Ausrichtung der Solarstromanlagen daher nur um 3-8% (vgl. hierzu Einspeisemanagement).
Die nicht eingespeiste Solarstrommenge wird selbst verbraucht – was sich ohnehin empfiehlt -, hierdurch entgeht der Betreiber einer privaten Dach-Photovoltaikanlage auch dem kleinen Abregelungsverlust. Wo immer möglich, halten wir diese Vorgehensweise für die empfehlenswerte.

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Einordnung

Bewertung der Einspeisevergütung

Die Einspeisevergütung hat in den letzten Jahren in der Öffentlichkeit deutlich an Ruf eingebüßt. Besonders im Umfeld des Energiekonzepts der Bundesregierung im Jahr 2010 hat die Energie-Industrie großflächige Imagekampagnen gefahren, um die Einspeisevergütung für die Photovoltaik als ineffizient und teuer hinzustellen.
Möglicherweise ist es daher sinnvoll, hier noch einmal daran zu erinnern, dass die Umlage-Kosten der Photovoltaik z.B. geringer sind als die von Offshore-Windparks – allerdings braucht die dezentrale Photovoltaik nicht so aufwendige Stromleitungen, die sich durchs ganze Land ziehen (auch diese wird über die Stromrechnung bezahlt und erreicht Größenordnungen von rund 1c pro kWh). Dabei verfügt die Photovoltaik zusätzlich über den Vorteil, dass bei ihr die Bürger selbst an der Produktion ihres eigenen Stroms beteiligt sind – dies ist den großen Stromproduzenten, welche an ihren Großprojekten wie z.B. der “unproven Technology” von Offshore-Windparks Milliarden, an der Photovoltaik jedoch nichts verdienen, ein Dorn im Auge. Hierdurch wird zwar deren Stoßrichtung deutlich, aber ihre Argumente nicht richtiger. – Übrigens können sich auch Bürger ohne eigenes Dach über gepachtete Dächer oder über Bürgersolarstromanlagen an der Photovoltaik beteiligen und diese über Einspeisevergütung und Eigenverbrauch finanzieren.


Alle Angaben ohne Gewähr.