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Einspeisevergütung für Photovoltaik

von Stefan Finke

Zur Einspeisevergütung für typische Ein- und Zweifamilienhäuser bis 10 kWp
Zur Einspeisevergütung für Schulen, Scheunen und Überdachungen von 10 bis 40 kWp
Zur Einspeisevergütung für Werkshallen, Verwaltungen, Kliniken von 40 kWp bis 1 MWp
Zur Einspeisevergütung für Stadien, große Freiflächenanlagen u.ä. von 1 bis 10 MWp

Stand: Juli 2014

Grafik: Einspeisevergütung

Die Einspeisevergütung ist das Kernstück des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) – der Betrag, den die Netzbetreiber an die Betreiber von Photovoltaikanlagen zur Erzeugung von Strom aus solarer Energie entrichten, wenn dieser in das öffentliche Netz eingespeist wird.

Im Folgenden finden Sie eine Zusammen­stellung der aktuellen Sätze seit 1. Mai 2014 und die voraussichtlichen monatlichen Änderungen ab 1. August 2014.

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Aktuell

Der Bundestag hat am 27. Juni 2014 eine umfassende EEG-Reform beschlossen, die am 1. August 2014 in Kraft treten soll.

Die PV-Förderung über die Einspeisevergütung wird dabei nicht geändert: Wie bisher wird der Ausgangssatz der Vergütung von Monat zu Monat angepasst, dies geschieht automatisch – die Regeln werden auf dieser Seite erläutert. Die Höhe der Anpassungen hängt vom Tempo des PV-Zubaus ab – dabei liegt der Zielkorridor zwischen 2.400 und 2.600 MW Zubau im Jahr.

Beim Eigenverbrauch hingegen sind Änderungen geplant – siehe dort. Die Änderungen greifen ab 1. Januar 2015, gelten aber nur für größere Photovoltaikanlagen über 10 kWp – PV-Anlagen auf Ein- und Zweifamilienhäusern sind davon nicht betroffen.

Zusammengefasst: An der Förderung für PV-Anlagen bis 10 kWp wird sich nichts ändern. Aufgrund der anhaltenden Querschüsse gegen die Energiewende sind später kommende Entwicklungen allerdings schwer abzuschätzen.
Wir empfehlen PV-Bauherrn in spe deshalb, wenn möglich die jetzige, vergleichsweise günstigere PV-Förderung zu nutzen.

Einspeisevergütung in Zahlen:

Die Einspeisevergütung ist nicht für alle Anlagen gleich hoch. Der Vergütungssatz hängt ab von der Anlagengröße und dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme – und bleibt dann 20 Jahre lang gleich.

Nach der aktuellen Gesetzeslage ergeben sich folgende Sätze:

bis 10 kWp

Einspeisevergütung

Einspeisevergütung für eine typische Auf­dach­anlage bis 10 kWp

Dachanlagen bis einschließlich 10 kWp installierter Leistung werden in der Regel auf Ein- bis Zweifamilienhäusern oder Mietshäusern installiert. Sie erhalten den höchsten Einspeisevergütungssatz von 12,88 Cent / kWh (Juli 2014).
Solarstrom aus Dachanlagen bis 10 kWp wird bis zu 100% der Anlagenleistung vergütet – um jedoch die günstigen Einspareffekte gegenüber extern bezogenem Strom zu nutzen, empfehlen wir den Eigenverbrauch von 40% der Anlagenleistung oder mehr.

Einspeisevergütung für Dachanlagen bis 10 kWp in c/kWh
ab 1. Mai ’14: ab 1. Jun ’14: ab 1. Juli ’14: ab 1. Aug ’14: ab 1. Sep ’14: ab 1. Okt ’14:
13,14 13,01 12,88 12,75* 12,62* 12,50*

*Geschätzte Vergütungshöhe ab August: Höhe bei durchschnittlichem Zubau in den Vorquartalen. Bei hohem Photovoltaik-Zubau im Vorjahr sinkt die Einspeisevergütung ab 1. August 2014 rascher – um eine Überförderung zu vermeiden. Bei niedrigem Zubau sinkt sie langsamer: Um die Photovoltaik weiterhin attraktiv zu halten.

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10 bis 40 kWp

Einspeisevergütung für mittlere Dachanlagen von 10 kWp bis 40 kWp

Schutzdach mit Photovoltaikanlage mittlerer Größe

Dachanlagen mittlerer Größe über 10 kWp bis einschließlich 40 kWp erhalten eine Einspeisevergütung, die unter jener für Kleinanlagen, aber über derjenigen für Großanlagen liegt. Sie erhalten einen hohen Einspeisevergütungssatz von 12,22 Cent/kWh (Juli 2014), für die ersten 10 KWp sogar den höchsten Satz wie Kleinanlagen.
Die frühere Unterscheidung zwischen Anlagen bis 100 kWp und von 100 bis 1.000 kWp wird nicht mehr getroffen. Mit der neu eingeführten Leistungsklasse von 10 bis 40 kWp werden rund 50% aller Photovoltaikanlagen auf Werkshallen, Scheunendächern und Überdachungen von Fuhrparks etc., aber auch auf Dächern mittelgroßer Verwaltungsgebäude, Schulen u.ä. abgedeckt.
Solarstrom aus Dach-Photovoltaikanlagen über 10 kWp bis zu 1 MWp wird bis Ende 2013 zu 100% vergütet, ab 2014 nur noch zu 90% – eine Begrenzung, die zum Eigenverbrauch oder zur Selbstvermarktung anregen und die Photovoltaik so an den Markt heranführen soll (gilt für alle Anlagen, die nach dem 1. April 2012 ans Netz gehen). Unter dem Gesichtspunkt der Rendite empfehlen wir auch hier einen möglichst hohen Eigenverbrauch.

Einspeisevergütung für Dachanlagen von 10 kWp bis 40 kWp in c/kWh
ab 1. Mai ’14: ab 1. Jun ’14: ab 1. Juli ’14: ab 1. Aug ’14: ab 1. Sep ’14: ab 1. Okt ’14:
12,47 12,34 12,22 12,10* 11,98* 11,86*

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40 kWp bis 1 MWp

Einspeisevergütung für große Dachanlagen von 40 kWp bis 1 MWp

Bei großen Dachanlagen über 40 kWp bis einschließlich 1.000 kWp wird bis Ende 2013 die gesamte eingespeiste Solartrommenge vergütet, ab 2014 sind es nur noch 90%. Die Einspeisevergütung liegt für diese Anlagengröße mit 10,90 Cent / kWh (Juli 2014) unter jener für mittlere Dachanlagen, jedoch deutlich über derjenigen für Großanlagen bis 10.000 kWp bzw. Freilandanlagen. Auch hier gilt: Die ersten 10 kWp werden zum höchsten Satz wie bei Kleinanlagen, die Leistung von 10 kWp bis 40 kWp mit demjenigen für mittlere Anlagen vergütet und erst diejenige Stromerzeugung, die über diese Leistungsstufen hinausgeht, erhält den Vergütungssatz der eigenen Leistungsstufe.
In der Regel werden Photovoltaikanlagen dieser Größe auf großen Werkshallen, Kliniken, Verwaltungsgebäuden etc. installiert.

Einspeisevergütung für Dachanlagen von 40 kWp bis 1 MWp in c/kWh
ab 1. Mai ’14: ab 1. Jun ’14: ab 1. Juli ’14: ab 1. Aug ’14: ab 1. Sep ’14: ab 1. Okt ’14:
11,12 11,01 10,90 10,79* 10,68* 10,58*

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1 bis 10 MWp

Einspeisevergütung für sehr große Dachanlagen und Freiflächenanlagen bis 10 MWp

Einspeisevergütung für Freiland-Photovoltaik

Sehr große Dachanlagen von 1.000 bis einschließlich 10.000 kWp und Frei­flächenanlagen bis einschließlich 10.000 kWp erhalten den geringsten Einspeisever­gütungssatz – Hinter­grund sind die im Verhältnis zum Stromertrag geringsten Installationskosten.
Der in Großanlagen erzeugte Solarstrom erhält die Einspeisevergütung zu 100% der Anlagenleistung.

Großanlagen werden in der Regel auf großen Werkshallen, öffentlichen Bauten wie Stadien, Krankenhäusern und im Freiland installiert. Den Zubau auf Ackerböden, die durch die Photovoltaik versiegelt oder teilversiegelt würden, fördert das Erneuerbare-Energien-Gesetz seit dem 1. Juli 2010 nicht mehr; Freilandanlagen in Nationalparks und Naturschutzgebieten werden seit dem 1. Januar 2012 nicht mehr gefördert.

Einspeisevergütung für Großanlagen von 1.000 kWp bis 10.000 kWp in c/kWh
ab 1. Mai ’14: ab 1. Jun ’14: ab 1. Juli ’14: ab 1. Aug ’14: ab 1. Sep ’14: ab 1. Okt ’14:
9,10 9,01 8,92 8,83* 8,74* 8,66*

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Solarparks

Sonderregelung zur Einspeisevergütung für Solar-Kraftwerksparks auf Konversionsflächen

Photovoltaik-Parks über 10 MW werden generell nicht mehr gefördert. Die Bundesregierung kann jedoch nach einem neu eingefügten Passus des Gesetzes durch Rechtsverordnung unter Zustimmung von Bundesrat und Bundestag eine Vergütung für Solarparks auf Konversionsflächen aus wirtschaftlicher, verkehrlicher, wohnungsbaulicher oder militärischer Nutzung festlegen – dabei müssen energiewirtschaftliche, netztechnische, naturschutzfachliche und finanzielle Belange beachtet werden.

Weiteres

Zusätzliche Informationen zur Einspeisevergütung

Die Einspeisevergütung richtet sich nach dem Zeitraum der erstmaligen Inbetriebnahme der Anlage. So erhält eine im Juli 2014 in Betrieb genommene Photovoltaikanlage bis Dezember 2034 die Einspeisevergütung, die bei ihrer ersten Inbetriebnahme, also im Juli 2014 galt – unabhängig von allen Absenkungen und Änderungen der Einspeisevergütung in den Jahrzehnten seither. Der Besitzstand einer einmal erlangten Berechtigung zur Einspeisvergütung bleibt also unangetastet und wird auch im Nachhinein nicht geschmälert – es gelten die Bestimmungen des gesetzlichen Vertrauensschutzes.

PV-Architektur berechnen

Als Förderinstrument ist die Einspeisevergütung ein Markt-Anreiz­programm – hierzu dienen ihre seit 1. Mai 2012 monatlich sinkenden Fördersätze: Die attraktiven Vergütungen sollen potenzielle Betreiber dazu motivieren, Photovoltaik auf ihrem Dach zu installieren und finanziell davon zu profitieren; gleichzeitig sollen Hersteller dazu angereizt werden, Photovoltaikanlagen zu produzieren, die stetig effizienter und preislich attraktiver werden. Demselben Ziel gilt übrigens der “atmende Deckel”, der seit dem 1. April 2012 gilt: Liegen die Zubauzahlen des vorangegangenen Quartals über den Erwartungen, wird die Einspeisevergütung stärker abgesenkt, um den Zubau zu bremsen; liegen die Zubauzahlen unter den Erwartungen, wird die Einspeisevergütung weniger stark abgesenkt.

Dem Anreiz-Programm war bisher ein großer Erfolg beschieden. Lag der Preis für Photovoltaikanlagen 1998 noch bei rund 14.000 € pro kWp Leistung, muss man im 3. Quartal 2014 mit nur noch rund 1.500 € / kWp rechnen. Die von Experten für 2013 erwartete Netzparität (selbsterzeugter Strom aus Photovoltaik und Strom aus dem Netz sind gleich teuer) ist bereits im Jahr 2012 erreicht worden.

Preise, Förderung, Ertrag, Einspeisevergütung und Rendite:
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Einspeisevergütung und Eigenverbrauch

Die Einspeisevergütung gilt in erster Linie der Aufdachphotovoltaik

Der Eigenverbrauch wird seit dem 1. April 2012 nicht mehr durch eine zusätzliche Einspeisevergütung gefördert – bei einem durchschnittlichen deutschen Strompreis von rund 28 Cent/kWh im Juli 2014 liegt der Preis für Haushaltsstrom im Jahr 2014 deutlich über den Gestehungskosten des selbsterzeugten Solarstroms und der Einspeisevergütung. Durch die Ersparnisse gegenüber zugekauftem Strom ist damit der Eigenverbrauch die lukrativste Verwendung des selbsterzeugten Solarstroms.
Dies begründet unsere Empfehlung des Eigenverbrauchs von 40% des selbsterzeugten Solarstroms oder darüber. Eine gesetzliche Regelung zur Förderung von Energiespeichern ist seit 1. Mai 2013 in Kraft.

Vergütung bei Einspeise-Abregelung

Wichtig: Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz 2012 wurde die Einspeisung und ihre Vergütung weiter flexibilisiert. In Zeiten hoher Netzbelastung kann der Netzbetreiber vom Betreiber der Photovoltaikanlage verlangen, die Einspeisung von Solarstrom abzuregeln – dies geschieht über einen Abschalter, der in neue PV-Anlagen integriert ist (oder bei Anlagen, die nicht älter sind als zwei Jahre, nachgerüstet wird). Das Abregelungsverlangen ist zwingend, aber automatisiert – für den PV-Betreiber ergibt sich kein zusätzlicher Aufwand. In der Praxis ist es also der Netzbetreiber, der die Einspeisung über einen elektronischen Fernbefehl ab- bzw. wieder einschaltet.

Für die entgangene Möglichkeit der Einspeisevergütung während der Abregelung erhält der Solarstromerzeuger eine Entschädigung in Höhe von 95% der entgangenen Vergütung – insgesamt ist der Abschlag aber auf höchstens 1% der Jahresleistung der PV-Anlage begrenzt; so bleibt seine Investitionssicherheit gewahrt.

Einspeisezähler im Design eines klassischen Stromzählers

Alternativ können Betreiber von Anlagen bis 30 kW sich entscheiden, die Einspeiseleistung auf 70% der Anlagenleistung zu begrenzen (§ 6 Abs. 2, 2). Da PV-Anlagen i.d.R. unterhalb der installierten Peak-Leistung arbeiten, verringert sich die eingespeiste Gesamt-Strommenge je nach Standort und Ausrichtung der Solarstromanlagen daher nur um 3-8% (vgl. hierzu Einspeisemanagement).
Die nicht eingespeiste Solarstrommenge wird selbst verbraucht – was sich ohnehin empfiehlt -, hierdurch entgeht der Betreiber einer privaten Dach-Photovoltaikanlage auch dem kleinen Abregelungsverlust. Wo immer möglich, halten wir diese Vorgehensweise für die empfehlenswerte.

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Einordnung

Bewertung der Einspeisevergütung

Die Einspeisevergütung hat in den letzten Jahren in der Öffentlichkeit deutlich an Ruf eingebüßt. Besonders im Umfeld des Energiekonzepts der Bundesregierung im Jahr 2010 hat die Energie-Industrie großflächige Imagekampagnen gefahren, um die Einspeisevergütung für die Photovoltaik als ineffizient und teuer hinzustellen.
Möglicherweise ist es daher sinnvoll, hier noch einmal daran zu erinnern, dass die Umlage-Kosten der Photovoltaik z.B. geringer sind als die von Offshore-Windparks – allerdings braucht die dezentrale Photovoltaik nicht so aufwendige Stromleitungen, die sich durchs ganze Land ziehen (auch diese wird über die Stromrechnung bezahlt und erreicht Größenordnungen von rund 1c pro kWh). Dabei verfügt die Photovoltaik zusätzlich über den Vorteil, dass bei ihr die Bürger selbst an der Produktion ihres eigenen Stroms beteiligt sind – dies ist den großen Stromproduzenten, welche an ihren Großprojekten wie z.B. der “unproven Technology” von Offshore-Windparks Milliarden, an der Photovoltaik jedoch nichts verdienen, ein Dorn im Auge. Hierdurch wird zwar deren Stoßrichtung deutlich, aber ihre Argumente nicht richtiger. – Übrigens können sich auch Bürger ohne eigenes Dach über gepachtete Dächer oder über Bürgersolarstromanlagen an der Photovoltaik beteiligen und diese über Einspeisevergütung und Eigenverbrauch finanzieren.


Alle Angaben ohne Gewähr.